Bikepark mit Baby – oder Rückbildung 2.0

5 Wochen nach der Geburt war es soweit. Ich fühlte mich ja schon seit längerem recht fit – vielleicht zu fit? Auf jeden Fall zog es mich wieder aufs Bike und um zwischen dem Stillen mal schnell eine Runde zu drehen, dazu bieten Bikeparks ja mit die besten Möglichkeiten.

Bischofsmais sollte es werden. Nicht zu weit weg, gute Campingmöglichkeiten und mit dem Flow Country eine Strecke, die meinen Körper nicht allzu stark belasten sollte.

Samstag morgens ging es los. Das Auto war gepackt. Bikes, Bikesachen, Campingequipment – alles soweit wie immer. Aber jetzt kommt noch hinzu: Kinderwagen, Kindersitz, Wechselklamotten für den Kleinen, Windeltasche… und der Bus ist voll.

Zum Glück finden wir bei unserer Ankunft noch einen schattigen Platz auf der Campingebene. Während ich stille, baut Chris die Bikes zusammen und unser Camp auf. Ich lasse ihm den Vortritt und komme erstmal mental an. Hier mit dem Kleinen zu sitzen, wo wir vor acht Wochen noch alleine saßen…

Der Bikepark Bischofsmais ist geradezu ideal für einen Aufenthalt mit Kindern.  Stromanschluss, im Toilettengebäude einen Wickelraum und ansonsten zahlreiche Spielmöglichkeiten. So denken nicht nur wir sondern anscheinend auch fast alle anderen Anwesenden. Vom zweijährigen bis zum Jugendlichen sind hier alle Altersklassen vertreten. [Ein netter Bericht über dieses Wochenende findet sich aktuell in der WOMB…].

Endlich bin ich dran. Chris ist zurück von seinen Abfahrten, ich habe noch einmal gestillt – und sitze tatsächlich im Lift. Vorfreude macht sich breit. Endlich wieder Trails! Ich fahre die ersten Kurven im Flow Country und muss mich wundern. Hatte der schon immer so viele Bremswellen!? Und bin froh, dass mich Chris daran gehindert hat, drei Wochen vor der Geburt keine Abfahrt zu machen.

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Bei der zweiten Runde stelle ich fest – so schlimm ist es ja gar nicht. Wahnsinn, wie sich allein die eigene Verspanntheit auf den Untergrund auswirken! Und ich bin glücklich. Endlich wieder dieses Gefühl, dass ich beim Biken so liebe.
Und es ist gar nicht schlimm, vorerst nicht zu viel zu wollen. Erstmal langsam anfangen, dem Körper zuliebe.

Am späten Nachmittag sitzen wir dann zufrieden vor unserem Bus, die Nudeln im Wasser und den Kleinen auf dem Arm. Soweit alles gut – bis die Schreistunde anfängt. Dieses allabendliche Ritual ließ David leider nicht zu Hause. Aber nachdem in den anderen Lagern die Musik aufgedreht wurde und ich feststellen durfte, dass der Bus sehr gut isoliert ist, entspannte ich mich ein wenig. Allzu viele sollten wir wohl nicht stören.

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Irgendwann ging die Schreierei zu Ende und das Abenteuer Schlafen sollte beginnen. Unten schliefen die Bikes und wir drei wollten es uns oben gemütlich machen. Eine enge Angelegenheit, vor allem, wenn man versucht, das Kinderwagenbett zu nutzen. Das musste mittendrin dann auch den Raum verlassen. Ich legte David direkt neben mich, dann ging es besser. Ihm ging es so gut wie immer – nur ich machte mir sorgen. Ist ihm nicht vielleicht doch zu kalt? Ist es zu zugig? Wird es zu eng?

Für mich ging damit eine schlaflose Nacht zu Ende, aber ein paar weitere Abfahrten und Davids zufriedener Blick belohnten mich am nächsten Tag.

Fazit:

  • Stillen und Bäuerchen machen ist gar nicht so einfach unter dem Hubdach eines VW Busses.
  • Nimm mehr Wechselklamottenmit als nötig. Noch mehr.
  • Wir brauchen einen Fahrradträger.
  • Wir werden es wieder tun :)