Oh wie schön ist … KANADA.

Nach einem vierwöchigen Roadtrip durch B.C. im Jahre 2009 hatte ich immer den Plan wieder zurückzukehren. Weniger Kilometer mit dem Auto, mehr Kilometer mit dem Rad an der Westküste, so der Wunsch.

Dank meiner neuen Arbeit bei Arc’teryx und dem diesjährigen Sales Meeting in Whistler sollte der Traum schneller in Erfüllung gehen, als geplant.

Und so wurde aus dem Wochenende vor der Arbeit fast ein spontaner Betriebsausflug. Zusammen mit einigen Kollegen machten wir die Trails um Squamish unsicher. Flowig und kurvig, wurzelig und technisch, die „Outdoor Recreation Capital of Canada“ hat einiges zu bieten. Dank der Ortskenntnis meiner Mitfahrer konnten wir in zwei Tagen wenigstens einen Bruchteil der tollen Trails kennenlernen. Aber auch mit Ortskenntnis sei die Trail Map App von Squamish zu empfehlen (www.trailmapps.com); extrem verwinkelt und eng spinnt sich das Trailnetz in die Hügeln um Squamish.
Anschließend gabs Burger und Beer im Brew Pub, was will man mehr.

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Eine Woche Arbeit später und ich stehe in dem verwunschenen North Shore Wald am Mt. Fromme. Das Wetter ist deutlich besser, als angesagt, es ist trocken. Chris zeigt mir noch einmal die schönsten Trails am Berg, nachdem er sie am Tag zuvor schon mit ein paar Kollegen auskundschaften konnte. Ich liebe diesen Wald: Trails durchziehen das Naherholungsgebiet dieser Metropole, man teilt sie sich freundschaftlich mit Wanderern, Hundebesitzern und wahrscheinlich auch mit Bären. Flowige Trails mit und ohne Northshores in allen Varianten, befahrbare Mammutbaumstämme, die der 2-Meter-Regel standhalten würden, all das macht den Flair dieses Waldes aus. Ich bin sicher, dass wir nicht nur von Bären, sondern auch von Feen und Kobolden beobachtet wurden.

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Nach einem erneuten Abstecher nach Squamish schauten wir uns die Trails in Pemberton an. An diesem Tag regnete es bereits morgens und wir sahen einem verregneten Fahrtag entgegen. Aber kaum hatten wir die Bikes zusammengebaut, hörte es auf und wir sollten das trockene Zeitfenster gut nutzen können, um sich gute 1000 Höhenmeter den Berg rauf- und runterzuarbeiten. Pausen konnten wir uns keine leisten; sobald wir anhielten, fielen die Moskitos über uns her. Das nächste Mal muss unbedingt Moskito-Schutz in den Rucksack! Ich ahnte es ja schon, aber der Trail unserer Wahl war steil. Umgefallene Bäume, loses Schiefergeröll, hier waren in diesem Jahr noch nicht allzu viele unterwegs. Umso mehr freute ich mich, als wir auf der Hälfte dann wieder auf einen flowigen Trail trafen, der uns gemütlich, aber dennoch anspruchsvoll nach unten brachte. Für den letzten Abschnitt wählten wir den anspruchsvollen Trail namens „Blood, Sweat & Fear“, der uns auf der Bahnlinie wieder ausspuckte. Kein Weg weit und breit, also ratterten wir auf der Bahnlinie zurück zum Parkplatz. Ob das wohl noch Teil des genannten Trails war !?

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Und dann war es endlich soweit. Das lange Wochenende war vorbei, englich Zeit für uns, um den gerade wieder eröffneten Bikepark in Whistler aufzusuchen. Mit seiner Vielfalt und Qualität an gebauten Trails ist er ja schon irgendwie das Mekka für Bikepark-Fahrer. Drei Tage lang genossen wir die wunderschön geschapten Table-Lines, jagten uns die ruppigen, naturbelassenen Downhillstrecken hinunter und versuchten uns an ein paar Northshore-Elementen.

Meine Favorites im unteren Teil („Fitzsimmons“):
1. Dirt Merchand into A-Line: gut gebaute Tables, Anliegerkurven und leichte Gaps. Perfekt für Airtime.
2. Schleyer into Detroit Rock City: Slickrock, Wurzeln und North Shore Elemente à la carte.
3. Joyride into Canadian Downhill Course: Erst Slickrock, dann technisch anspruchsvoller Downhill – 2 in 1 sozusagen.

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Zum Aufwärmen und üben empfiehlt sich immer wieder Crank it up into Heart of Darkness: die schöne flowige Strecke mit Anliegerkurven und vielen kleineren Tables ist einfach perfekt, um sich an Tabletops und Whips zu versuchen.

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Nach drei Tagen mit nahezu perfekten Verhältnissen reisten wir am Freitagmorgen bei strömenden Regen ab, um mittags bei strahlendem Sonnenschein von der Fähre in Langdale herunterzufahren – die Sunshine Coast machte Ihrem Namen alle Ehre. Wir aßen in Gibsons noch lecker Fish & Chips, stellen dann fest, dass unser Wunschhostel schon belegt war – und gingen erstmal biken. In den Wäldern von Roberts Creek gibt es einige Strecken, die absolut fahrenswert sind. Eine super Übersicht gibt es auch hier wieder mit den TrailMapps. Wir entschieden uns nach einer kleinen Aufwärm- und Erkundungsrunde für die Auffahrt zum Merch Chicken. Eine gelungene Komposition mit gut gebauten Kurven, Sprünge und Wurzeln –  inklusive schöner Aussicht aufs Meer und Vancouver Island!

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Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss: Seit wenigen Wochenenden ist er offiziell geöffnet, der Coast Gravity Park. Das Fazit hier ganz kurz: Made with love and passion – ist der Park definitiv die Reise an die Sunshine Coast wert!

Mehr zum Location Check gibt’s demnächst…